14. September 2009

Leserbrief von Dr. Klaus Schroeter - Finsterwalde

Nicht wählen ist eine Gefahr für alle, meint Otto, ein Normalverbraucher.

Gehen nur 50% der Wähler zur Wahl, dann kann eine Partei mit 30% der abgegebenen Stimmen zur stärksten politischen Kraft werden, obwohl sie nur die Zustimmung von 15% aller Wahlbeteiligten hat.

Wie findet man jedoch die Partei, deren Politik meinen Interessen entspricht?
Die Wahlparolen der im Bundestag oder im Landtag vertretenen Parteien (CDU, FDP, Grüne, Die Linke, NPD, SPD) sind oft sehr ähnlich. Man beurteile die regierenden Parteien nicht nach Ihren Parolen sondern nach dem, was sie bewirkt haben.

Man fragt sich sachlich: Welche Interessen habe ich?
Derartige Fragen sollten beispielsweise sein:

- Brauche ich ein gesichertes Arbeitseinkommen für meinen Lebensunterhalt?

Wenn ja
- welche Partei hat z. B. gesetzlichen Mindestlohn schon immer gefordert und sich nicht nur dieser Forderung angeschlossen?

- Welche Partei wendet sich gegen die Vereinfachung und damit gegen einen schlechteren Kündigungsschutz?

- Welche Partei ist gegen die Privatisierung der Arbeitsvermittlung?
- Welche Partei ist gegen die Privatisierung öffentlicher Dienste, wie Bahn, Gesundheitswesen, Post?

Brauche ich eine gesicherte Altersrente für meinen späteren Lebensunterhalt?

Wenn ja
- Welche Partei warnt schon jetzt vor einer Altersarmut?
- Welche Partei fordert seit 1990 ein einheitliches Rentenrecht in ganz Deutschland?
- Welche Partei ist konsequent gegen unterschiedliche Tarifverträge in Ost und West?

Sachlich fundierte Antworten können sich für Parteien ergeben, denen man sich bisher nicht verbunden fühlte: Das Gefühl der Verbundenheit sollte nicht zu einer Wahlentscheidung wider besseren Wissens und damit letztlich gegen sich selbst führen.

Otto, ein Normalverbraucher, ist zur Diskussion unter 03531/717166 erreichbar.