22. September 2009

LR:Politischer Neuling will für die Linke ins Schloss

Mit einem 100prozentigen Votum der abgegebenen Stimmen ist gestern Abend Mario Sanders von der Parteibasis der Linken zum Kandidaten für die Finsterwalder Bürgermeisterwahl gewählt worden. Damit geht für die Partei ein langes Tauziehen hinter den Kulissen zu Ende, Kreisparteivorsitzender Joachim Pfützner sprach von einer „schweren Geburt“.

Monatelang habe man mit zahlreichen Personen und in den Gremien über sie gesprochen, „einer wurde dabei sogar verheizt“, erklärte Pfützner. Letztlich habe man sich für den parteilosen Mario Sanders entschieden, der von sich aus der Linken eine Kandidatur angeboten hat. Sanders sei „vorzeigbar“, so Pfützner.

Der 49-Jährige, auf der politischen Bühne bisher ein Neuling, lediglich durch seine journalistische Tätigkeit bei regionalen Medien bekannt, ist in Doberlug-Kirchhain geboren, hat den Beruf eines Autoschlossers erlernt und studierte nach dem Abitur an der Leipziger Karl-Marx-Universität Geschichte. Als er mit einem Forschungsstudium begann, kam die Wende. Hier engagierte er sich anfangs in Finsterwalde beim Neuen Forum. Später war er ehrenamtlich als Landeselternsprecher tätig. Beruflich schwenkte der Diplom-Historiker um und machte sich in der Finanzbranche selbstständig. Es reize ihn die Aufgabe, „nach 20 Jahren der Ära Wohmann“ Bürgermeister in seiner Heimatstadt zu werden, erklärte Sanders. Man könne auf Vieles stolz sein in Finsterwalde, Defizite sehe er vor allem in der städtischen Wirtschaftsförderung. Sollte er gewählt werden, wolle er Bürgermeister „über alle Gräben hinweg“ sein, betonte Sanders. Er identifiziere sich in weiten Teilen mit der Politik der Linken, vor allem was ihr Auftreten gegen Bundeswehreinsätze im Ausland und für mehr Rentengerechtigkeit anbelange. Auf die vom Stadtverordneten Eckhard Gleitsmann angesprochene Forderung der Linken nach der Wiedereröffnung des Schwimmstadions und die Rücknahme der städtischen Entgeltordnung ging Sanders mit keinem Wort ein. Er erklärte lediglich, dass er sich als Bürgermeister dafür stark machen werde, die Juselhalle als Jugendfreizeitzentrum wieder zu eröffnen.

Damit ist mit Jörg Gampe (CDU), dem Einzelkandidaten Manfred Fröschke und dem parteilosen Karsten Pinetzki (FDP) bereits ein Quartett von Bewerbern zusammen, das bei der Bürgermeisterwahl am 8. November die Nachfolge von Johannes Wohmann antreten will.
Von Dieter Babbe